Archiv der Kategorie 'Lichtenberg'
So hier der Stand der Chronik von Naziüberfällen aus Lichtenberg. Bei dieser Fülle in einem noch nicht mal abgelaufenen Jahr ist antifaschistisches Engagement wohl oder übel völlig unersetzlich. „Antifa heisst…?“
Chronik 2008
Disclaimer
Diese Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie Zeuge oder Opfer eines rassistischen oder antisemitischen Angriffs oder sonstiger Neonaziaktivitäten in Lichtenberg werden, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Infomationen zur Weiterveröffentlichung: Linken Initiativen ist es gestattet, Teile der Chronik für eigene Veröffentlichungen zu nutzen, wenn sie mit einer Quellenangabe versehen sind. Eine Mitteilung bzw. ein Belegexemplar würde uns freuen. Anderweitige Veröffentlichungen (Presse, Institutionen u.ä.) benötigen eine vorangehende Erlaubnis von uns.
Bitte wenden sie sich an antifah[at]web.de.
12.Juli 2008
Gegen 0:30 bemerkten Augenzeugen einen etwa 25-Jährigen Migranten, der in der Treskowallee/Marksburgstraße aus einem Linienbus gestoßen wurde und bewusstlos liegen blieb. Ihm folgten acht vermummte Neonazis, die sofort begannen, eine Gruppe alternativer Jugendlicher an der Haltestelle zu beleidigen und zu bedrohen.
Sie ließen erst von ihnen ab, als ein Notarzt am Ort eintraf und flüchteten ins Wohngebiet. Der inzwischen wieder zu sich gekommene Migrant berichtete, dass er im Bus geschlagen worden sei. Er wurde vom Arzt versorgt. Die Neonazis entkamen.
20. Juni 2008
Eine Gruppe Jugendlicher wird gegen 21:30 von einem dutzend Lichtenberger Neonazis angepöbelt. Die Neonazis ziehen anschließend zum Bhf Karlshorst weiter.
08. Juni 2008
Anwohner alarmierten heute kurz nach Mitternacht die Polizei zu einer Wohnung in der Biesenbrower Straße nach Hohenschönhausen, weil ein 36-Jähriger laute Musik mit rechtsextremen Inhalten abspielte sowie ein Besucher den Hitlergruß zeigte.
Als die Polizisten eintrafen, öffnete der Wohnungsinhaber die Tür, händigte den Beamten seinen Personalausweis und die CD aus. Polizisten nahmen die Personalien der acht Gäste auf und beendeten die Feier.
06. Juni 2008
Zwei Jugendliche werden in der Konrad Wolf Straße von drei Neonazis bedroht und verfolgt. Sie können fliehen.
03. Juni 2008
Mehrere bekannte NPD-Aktivisten, unter ihnen Jörg Hähnel, nehmen an einer Veranstaltung zur Bildungspolitik in der Hohenschönhausener Adrenne-Schule teil. Sie werden von den Veranstaltern nicht des Saales verwiesen.
31. Mai 2008
In der Nacht zum 31. Mai werden zahlreiche Scheiben des Jugendklubs Rainbow und der Coppi-Schule in Karlshorst zerstört und Neonazi-Slogans hinterlassen.
31. Mai 2008
In Lichtenberg wird die NPD-Zeitung „Weiterdenken“ verteilt. Die NPD wird dabei maßgeblich von Kameradschaftsaktivisten unterstützt.
27. Mai 2008
Am Dienstag dem 27.5.08 hat ein junges Paar um ca. 16 uhr auf dem Bahnhof Friedrichsfelde Ost eine Iranerin angegriffen. Die Frau war mit einer Bekannten auf dem Weg zur S-bahn. Als sie den Bahnhof betraten, kam ihnen ein junges Paar entgegen, und als diese bemerkten dass sich die Iranerinnen auf persisch unterhielten, attackierte der junge Mann die Frau mit einem Ellenbogenschlag auf die Brust. Sie schlug aus Reflex zurück und wurde daraufhin beschimpft. Als ein verbaler Schlagabtausch folgte wollte der Mann zurück kommen, ließ dann aber ab und ging mit seiner Freundin Richtung Straßenbahnhaltstelle Friedrichsfelde Ost.
26. Mai 2008
In der Ehrlichstraße (Karlshorst) werden Aufkleber einer „Aktionsgruppe Marzahn-Hellersdorf“ entfernt.
22. Mai 2008
In der Umgebung des S-Bahnhofs Friedrichsfelde Ost werden Plakate der Freien Kräfte Berlin geklebt.
17. Mai 2008
Ein vermeintlicher Antifa wird beim Anbringen von Hinweisschildern, die auf die heute stattfindende Veranstaltung hinweisen, von einem Auto heraus von Unbekannten abgefilmt. Gleichzeitig pöbelt eine Gruppe von ca. sechs schwarz gekleideten Nazis an der Straßenbahnhaltestelle Karlshorst vermeintliche Antifas und Alternative an.
Neben dem massiven Entfernen von linken Aufklebern und Plakaten wurde der Briefkasten eines vermuteten Antifa mit Aufklebern der “Freien Kräfte Berlin” verklebt. Gleichzeitig sind in der Umgebung des “Rainbow” Alexander Basil, Philipp Bornemann und zwei weitere Nazis unterwegs.
16. Mai 2008
Auf dem S-Bhf. Karlshorst wird ein vermeintlicher Antifa von Alexander Basil angegriffen. Basil versucht den Angegriffenen mit einem Kopfstoß zu verletzen. Diesem gelingt aber die Flucht.
Am selben Tag wird ein vermeintlicher Antifa von einem Vermummten Neonazi mit Teleskopschlagstock in Karlshorst verfolgt.
Um 2:30 dringen drei Neonazis in den Jugendklub Rainbow ein. Sie versuchen mit Latten bewaffnet Besucher des Jugendklubs anzugreifen, werden jedoch vertrieben.
12. Mai 2008
Ein kleines Mädchen ist am 12. Mai von einer 30-jährigen Frau in Hohenschönhausen geschlagen worden. Ersten Ermittlungen zufolge war es gegen 19 Uhr 30 auf einem Spielplatz in der Vincent-van-Gogh-Straße zu einem Streit unter Kindern gekommen. Die 30-Jährige schlug in dessen Verlauf zweimal mit der Faust gegen den Kopf des zehnjährigen Mädchens. Außerdem beleidigte sie das Kind auf Grund seiner Hautfarbe.
08.Mai 2008
Zum Tag der Befreiung in Karlshorst schmierten Nazis mit Kreide „8.Mai- Tag der Niederlage“ bzw. „8.Mai- Wir feiern nicht!“ mit Kreide an mehreren Stellen der Rheinsteinstraße auf den Boden zum Deutsch-Russischen Museum.
Die Provokation wurde umgehend von Antifaschist_Innen aus dem öffentlichen Stadtbild entfernt.
3. Mai 2008
Gegen 20:10 pöbeln zwei BFC-Dynamo-Fans einen Migranten auf dem S-Bhf Lichtenberg an. Sie verlassen den S-Bbhf Richtung U-Bahngleis unter weiterem Gegröle und einem „Sieg Heil“-Ruf.
27. April 2008
Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt seit heute früh wegen einer gefährlichen Körperverletzung, bei der zwei Männer im Alter von 22 und 24 Jahren in Lichtenberg angegriffen und leicht verletzt wurden. Gegen 1 Uhr 30 waren die Beiden auf der Falkenberger Chaussee unterwegs, als sich sechs bis sieben Unbekannte auf sie stürzten. Während der Attacke wurden beide Männer geschlagen. Die Täter flüchteten in Richtung der Egon-Erwin-Kisch-Straße. Beide Männer erlitten leichte Verletzungen, lehnten eine ärztliche Behandlung jedoch ab. Nach ihren Angaben sollen die Angreifer der rechten Szene zuzuordnen sein. Eine sofortige Absuche der Umgebung nach den Tätern blieb ergebnislos.
(Quelle: Polizeiticker)
25. April 2008
Die NPD führt im Rathaus Lichtenberg eine Veranstaltung mit Liedermachern durch.
25-30. April 2008
In Karlshorst tauchen an etlichen Stellen Aufkleber des „Freien Widerstandes“, der Jungen Nationaldemokraten und der „Freien Kräfte Berlin“ auf, die von engagierten Personen zügig wieder entfernt wurden.
24.April 2008
Einige Nazis der „Freien Kräfte Berlin“ versammeln sich im Lettipark zu einer sogenannten „nationalen Umweltkampagne“ und sammeln für ihre Fotokamera und Homepage einige Zigarettenstümmel auf und nerven die Anwohner_Innen mit dilettantisch verfassten Flugblättern.
16. April 2008
Drei Lichtenberger Neonazis bedrohen in der Lückstraße eine Seniorin, weil sie Naziaufkleber entfernt. In ihrer Anwesenheit kleben die drei weitere Aufkleber. Sie verständigt die Polizei, die Neonazis fliehen.
16. April 2008
Eine Gruppe Neonazis versucht um ca 16:00, mit Knüppeln bewaffnet zum „Zug der Erinnerung“ auf dem Bhf Lichtenberg zu gelangen. Sie werden auf dem Bahnhof von der Polizei gestoppt.
Um 17:00 sammelt sich eine weitere Gruppe Neonazis in einem Internetcafé am Bahnhof, um von dort aus eine Antifa-Kundgebung zu fotografieren. Als sie sich der Antifa-Kundgebung nähern, kommt es zu einer Auseinandersetzung, die von der Polizei getrennt wird.
15. April 2008
In der Weitlingstraße und den Nebenstraßen werden dutzende Aufkleber und Schriftzüge des „Nationalen Widerstand Berlin“ gefunden und entfernt.
10. April 2008
Die NPD hält mit 10 Personen eine Kundgebung gegen eine SPD-Veranstaltung in der Kiezspinne (Schulze Boysen Straße) ab. Mit dabei sind Jörg Hähnel, Udo Voigt, Manuela Tönhardt, Dietmar Tönhardt, Robert Scheffler und Jan Sturm.
2. April 2008
Das „Infomobil“ der NPD wird in der Nähe des Lindencenters in Hohenschönhausen gesehen.
29. März 2008
Zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren hatten gegen 7 Uhr 35 vor dem Geschäft in der Weitlingstraße Naziparolen gebrüllt. Außerdem beschmierte der Ältere der beiden das ausgestellte Obst und Gemüse mit tierischen Exkrementen, welches er von der Straße aufgenommen hatte und urinierte auf die Ware. Beide Männer stahlen diverse Lebensmittel aus dem Ladeninneren und entfernten sich mit zwei weiteren Personen in Richtung U-Bahnhof Lichtenberg, wurde jedoch kurz danach festgenommen.
27. März 2008
Ein 37-Jähriger und sein unbekannter Begleiter beschimpften gegen 12 Uhr in der Weitlingstraße vor dem S-Bahnhof Lichtenberg einen Mann daraufhin mit rassistischen Worten und bezeichneten sich selbst als „Nazis“. Als sie den 52-Jährigen bedrohten, stellte sich ein 57-jähriger Taxifahrer, der den Vorfall aus seinem Fahrzeug beobachtet hatte, beherzt dazwischen. Der 37-Jährige wird dabei festgenommen.
26. März 2008
Am Vormittag ist das „Infomobil“ der NPD in Lichtenberg, u.A. am S-Bhf Friedrichsfelde unterwegs.
17. März 2008
Circa 50 Neonazis versammeln sich im Rathaus Lichtenberg zu einer NPD-Veranstaltung. An der Veranstaltung nehmen neben den Lichtenberger NPD-Verordneten auch der NPD-Vorsitzende Udo Voigt und der Berliner NPD-Vorsitzende Eckart Bräuniger teil. Vor dem Rathaus posieren sich u.A. die Lichtenberger Kameradschaftler Alexander Basil, David Jäckel und Phillip Bornemann. Jäckel und Basil bedrohen während des Abends mehrere Male vermeintliche politische Gegner im Umfeld der Veranstaltung.
16. März 2008
Eine fünfköpfige Personengruppe wirft gegen 20 Uhr 15 Plastikstühle gegen die Schaufensterscheibe eines Cafes in der Möllendorffstraße in Lichtenberg. Die Fünf, die sich vor dem Bistro aufgehalten, greifen sich die Stühle und attackieren das Geschäft. Ein 23-jähriger türkischer Angestellter, der die Gruppe an ihrem Vorhaben hindern will, wird fremdenfeindlich beschimpft. Anschließend flüchten die Angreifer unerkannt in Richtung Frankfurter Allee. Verletzt wird niemand.
(Quelle: Polizeiticker)
16. März 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird gegen Abend von drei Neonazis in der Konrad Wolf Straße gejagt. Die mit einer Eisenstange bewaffneten Neonazis rufen dabei „Hasta la vista, antifascista“. Er kann sich in einen Hausflur retten.
28. Februar 2008
In Karlshorst, Rummelsburg und im Weitlingkiez werden von den Freien Kräften Berlin Plakate und Sprühereien für den Nazi-“Märtyrer“ Horst Wessel angebracht.
2.Februarwoche 2008
Neonazis sprühen mit Sprühschablonen „Dresden 1945 – Massenmord“ um den U-Bhf Friedrichsfelde.
1.Februarwoche 2008
Neonazis sprühen in den Eingang des U-Bahn-Hofes Friedrichsfelde „29.2. – Freiheit für Luni“. Gemeint ist Michael „Lunikoff“ Regener (Sänger der verbotenen Neonaziband Landser), der momentan im Gefängnis wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung sitzt.
15./16.Februar 2008
An verschiedenen Punkten Karlshorsts tauchen Aufkleber der „Vereinten Nationalisten Nordost“ [VNNO] auf, welche von engagierten Personen entfernt wurden.
11.-16.Februar 2008
Während der Aktionswoche der Nazis zur Bombardierung Dresdens tauchen an der FHTW, am U-Bhf. Tierpark sowie am S-Bhf. Karlshorst „Autonome Nationalisten“ auf, schmieren mit Kreide Parolen auf den Boden, verteilen Flugblätter über den angeblichen „Bombenholocaust“, zeigen ein Transparent und lassen sich dabei fotografieren.
9. Februar 2008
Im Bereich Weitlingkiez wurde ein kopiertes 8-seitiges Heft namens „Berliner Bote – Ausgabe 1″ in die Briefkästen verteilt. Es enthält unter anderem rassistische und antisemitische Hetze. Verantwortlich für das Heft zeichnet sich der Neonazi Sebastian Schmidtke.
8. Februar 2008
Im Umfeld des S-Bhf Nöldnerplatz sowie in der Lückstraße werden mehrere Neonazi-Schriftzüge an Bushaltestellen und Plakatwänden entdeckt.
29. Januar 2008
Um 13 Uhr 30 wird ein Antifaschist von zwei bekannten Lichtenberger Neonazis am S-Bahnhof Lichtenberg verfolgt, beleidigt und bedroht.
(Quelle: ReachOut)
29. Januar 2008
In der Lückstraße, Weitlingstraße und Umgebung werden Aufkleber der NPD und des „Freien Widerstandes“ geklebt. Im Umfeld des S-Bhf Lichtenberg tauchen mehrere rechte Schriftzüge auf.
29.Januar 2008
Im Bereich Weitlingkiez verteilen Neonazis der Freien Kräfte Berlin Flugblätter in die Briefkästen von Anwohnern.
18.Januar 2008
Etwa ein dutzend Neonazis versammelten sich während der „Nacht der Politik“ im Rathaus Lichtenberg, fotografierten und bedrohten Politiker der Linkspartei und Vertreter von Infoständen.
01.Januar 2008
In der Silvesternacht griffen in der Weitlingstraße in Berlin Lichtenberg eine 15-köpfige Neonazigruppe mit ausländerfeindlichen Parolen eine afghanische Familie an. Diese schaffte es noch in ihre Wohnung zu fliehen, woraufhin die Angreifer die Fenster einwarfen und versuchten, durch die Tür in das Haus einzudringen.





